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Praktische Reisetips

 

Vorbereitung in Deutschland

In Indien gehen die Uhren anders. Europäische Hektik schadet nicht

nur Ihrem Ansehen, sondern auch Ihrer Gesundheit und bringt Sie keine

Sekunde eher ans Ziel. Außerdem sollten Sie bedenken, daß eine solche

Reise Ihr Leben auf jeden Fall verändern wird – und für eine solche

Veränderung sollte man sich Zeit nehmen – es ist kein bloßer

touristischer Aufenthalt, keine organisierte Safari – es ist wohl eher

eine Pilgerreise, die Sie Ihrem wahren Ich näherbringen wird.

Visum

Sie benötigen für die Einreise nach Indien ein Visum (erhältlich bei

der indischen Botschaft in München, Hamburg, Frankfurt/Main, Berlin,

Wien oder Bern). Die Bearbeitungsfrist beträgt ca. 1 Wochen. Wir

empfehlen ein Visum mit halbjähriger Gültigkeit, da der Ausstellungstag

gleichzeitig der Gültigkeitsbeginn ist. Ihr Pass muß für die Ausstellung

des Visums mindestens noch ein halbes Jahr gültig sein! Den Antrag für

Ihr Visum erhalten Sie von uns mit der Buchungsbestätigung.

Impfungen

Sie können sich im nächsten Tropeninstitut oder bei Ihrem Hausarzt

kostenpflichtig beraten und ggf. auch gegen Cholera, Typhus, Hepatitis

und Tollwut impfen lassen. Grundsätzlich sind für die Einreise nach

Indien jedoch keine Impfungen vorgeschrieben. Auffrischungsimpfungen

gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf sind empfehlenswert.

Malariaprophylaxe wird Ihnen meist prophylaktisch vom Tropeninstitut

empfohlen. Die von uns bereisten Gebiete Chennai und Bangalore sind

jedoch nicht malariagefährdet.

Gesundheit

Vergessen Sie zunächst einmal Ihre europäischen Ansprüche in Bezug

auf Hygiene und Komfort. Auf den ersten Blick ist Indien (besonders in

den Städten) furchtbar schmutzig. Deshalb halten Sie sich bezüglich der

Speisen bitte an folgende Regel: „Koch es, brat es, schäl es oder vergiß

es“. Vom Fleischverzehr wird grundsätzlich abgeraten, da es keine

Fleischbeschauer gibt, dasselbe gilt für rohen Fisch oder frische

Salate. Wir persönlich bevorzugen die abwechslungsreiche vegetarische

Küche, die auch während unserer Reisen im Hotel angeboten werden. Das

feuchtwarme Klima Südindiens macht sehr oft durstig. Trinken Sie bitte

nur Mineralwasser oder Fanta und Coke aus Flaschen und achten sie

darauf, daß die Verschlüsse der Flaschen unversehrt sind. Verwenden Sie

auch fürs Zähneputzen ausschließlich Mineralwasser.

Medikamente

An Medikamenten empfehlen wir Schmerztabletten, Präparate gegen

Magen-Darm-Infektionen, Erkältungen und Fieber, ferner Kompressen,

Binden und Heftpflaster – jede noch so kleine Wunde sollte steril

abgedeckt werden.

Bekleidung

Nehmen Sie bitte leichte und tropengerechte Kleidung mit (hell,

möglichst aus Baumwolle). Sie sollten unbedingt auch längere Röcke oder

Hosen mitnehmen, da in der Öffentlichkeit die Bekleidung über die Knie

und über die Schultern reichen muß. Aber auch eine Strickjacke oder ein

Pullover für die Abende wäre empfehlenswert. Festes Schuhwerk ist nicht

unbedingt erforderlich, Sandalen sind ausreichend. Bitte nehmen Sie auch

dunkle Socken mit, denn in allen Tempeln und Häusern müssen die Schuhe

ausgezogen werden und so kann es schnell sehr heiß an den Füßen werden,

wenn man über die von der Sonne erhitzten Mamorplatten läuft.

Telefon

Inzwischen sind Handys aus dem modernen Straßenbild der indischen

Großstädte nicht wegzudenken. Auch unsere Handys funktionieren dort

meist, allerdings sind die Kosten für Gespräche nach Europa sehr teuer.

Sie können aber auch ohne Probleme in sogenannten ISD-Shops oder im

Hotel rund um die Uhr telefonieren.

Geld

Sie können keine Rupien in Deutschland tauschen – die Einfuhr dieser

Währung nach Indien ist verboten. Am sichersten sind Reiseschecks (z. B.

ThomasCook – auf Euro ausstellen lassen) und Kreditkarten (mit

Mastercard, AMEX oder VISA liegen Sie immer richtig – Achtung: wenn Sie

Bargeld abheben möchten ist die PIN-Nummer erforderlich). Mit Bargeld

erzielen Sie beim Einkauf bessere Preise. Stellen Sie sich für die Reise

am Besten einen Mix aus Bargeld, Reiseschecks und eventuell einer

Kreditkarte zusammen. Der Umtausch in Rupien ist bereits am Flughafen,

aber auch im Hotel möglich.

Sprache

In Indien werden Sie Ihre Sprachkenntnisse schätzen lernen – auch

wenn das indische Englisch etwas gewöhnungsbedürftig ist. Aber auch

Sprachunkundige werden mit den offenen und freundlichen Indern keine

Probleme haben.

Sicherheit

Benutzen Sie für Ihre Dokumente – Paß, Impfpaß, Reiseschecks,

Kreditkarten – und das Bargeld einen Brustbeutel oder Geldgürtel.

Fertigen Sie von allen wichtigen Dokumenten Kopien an, die Sie getrennt

von den Originalen aufbewahren. Sollten Sie dennoch bestohlen werden,

melden Sie den Verlust umgehend der Polizei, erstatten Sie in jedem Fall

Anzeige, sonst zahlt die Versicherung den Schaden nicht. Da wir uns

vorwiegend in Städten bewegen und nicht im Dschungel, kann auf die

Mitnahme von Waffen getrost verzichtet werden – außer dem

Allzwecktaschenmesser, das gehört aber nicht ins Handgepäck, sonst gibts

bei der Security-Control Ärger am Airport.

Fotoausrüstung

Schwere, umfangreiche Foto- und Videoausrüstung wirkt zwar

professionell, wird in der Tropenhitze aber rasch zur unliebsamen Plage.

Eine kleine, moderne Pocketkamera liefert mit den entsprechenden Filmen

oder Chips ebenso gute Bilder.

Sonstige Tipps

Wichtig ist bei allen Geschäften in Indien – es gibt keine Taxpreise –

Handeln Sie, handeln Sie, handeln Sie!!! Und achten Sie darauf, was die

Einheimischen bezahlen, sonst werden Sie gnadenlos über den Tisch

gezogen. Doch versetzen Sie sich in die Inder – allein, daß Sie sich die

Reise leisten konnten, läßt Sie in deren Augen als unglaublich reich

erscheinen – von diesem Reichtum möchten sie nun auch ihren Teil. Es

werden zahllose, widerstreitende Eindrücke auf Sie einströmen, Sie

werden Dinge sehen, die Sie nur aus Filmen oder noch gar nicht kennen –

unglaublichen Reichtum und unfaßbares Elend. Zehntausende Menschen

übernachten im Freien, pro 1000 Einwohner gibt es einen Brunnen in

Madras, Sie werden Elendsviertel sehen und Märchenpaläste, dicht

nebeneinander … Nehmen Sie sich also Zeit, die Eindrücke zu verarbeiten.

Gehen Sie spazieren oder baden – da werden Sie einen Menschenauflauf

verursachen – die meisten Inder können nämlich nicht schwimmen und

bewundern Menschen, die das können. Berühren Sie in Indien nie etwas –

schon gar keine Speisen – mit der linken Hand, diese ist unrein. Sie

ersetzt in den niederen Bevölkerungsschichten auch heute noch das

Toilettenpapier. Streichen Sie bitte auch nie jemandem über den Kopf,

dort sitzt nach hinduistischer Auffassung die Seele. Im traditionellen

indischen Haushalt zieht man die Schuhe an der Tür aus und nimmt die

Kopfbedeckung ab, bevor man den Raum betritt. Hand geben zur Begrüßung

ist in Indien nicht üblich – legen Sie statt dessen die Hände vor der

Brust zusammen und sagen Sie „Namaste“.

Rückkehr

Abschließend sei noch empfohlen, nach der Rückkehr in die Heimat sich

nicht sofort in die Arbeit zu stürzen, sondern dem Körper und Seele

Gelegenheit zur Akklimatisierung zu geben. Falls gesundheitliche

Probleme auftreten sollten, lassen Sie sich nach der Rückkehr im

Tropeninstitut noch einmal gründlich durchchecken, um alle Bedenken

bezüglich evtl. Infektionen auszuräumen.

Dies sind natürlich nicht alle Informationen bezüglich einer Reise

nach Indien, aber zumindest haben Sie nunmehr ein Gerüst von Fakten,

welche Ihnen wichtige Anhaltspunkte für die Vorbereitung und

Durchführung einer Reise bietet. Für weitere Fragen stehen wir

selbstverständlich gern telefonisch zur Verfügung.

Checkliste für Ihre Reise – Was Sie unbedingt dabei haben sollten:

  • Tickets, gültiger Paß mit Visum, Geld (Bargeld und evtl. Reiseschecks/ Kreditkarte), wenn vorhanden – Impfpass
  • leichte Sommerkleidung, warmer Pullover, dunkle Socken,  Badesachen
  • Mückencreme, Sonnenschutz – Kopfbedeckung, persönliche Toilettenartikel
  • Medikamente: Schmerztabletten, Präparate gegen Magen-Darm-Infektionen, Erkältungen und Fieber, ferner Kompressen, Binden, Heftpflaster
  • Wecker (Funkwecker funktionieren nicht!), Taschenlampe, Fotoapparat mit genügend Filmen
  • 3 Normalkassetten (90 Minuten) für die Palmblattbibliotheken